Pädagogisches Konzept

Der Kinderladen arbeitet ergänzend zum Elternhaus. Eine erfolgreiche Arbeit kann niemals ohne die Eltern sondern nur gemeinsam mit den Eltern stattfinden.

Durch den ständigen Wandel und den altersunterschiedlichen Bedürfnissen der Kinder muss unser pädagogisches Konzept ständig veränderbar bleiben.

Wir arbeiten nach dem Situationsansatz, einem Bildungskonzept, das die jeweiligen aktuellen Bedingungen berücksichtigt und entscheidend in die Umsetzung einbezieht wie die:  

  •  Persönlichen Lebenssituationen der Kinder und ihrer Familien
  • Die soziale Situation im Einzugsgebiet
  • Wertorientierung des Trägers, der einzelnen Familien und der Erzieher/innen in der Einrichtung
  • Des Berliner Bildungsprogramms
  • Räumliche Gegebenheiten der Einrichtung

Die Schwerpunkte unserer pädagogischen Zielsetzung sind:

Autonomie, Solidarität und Kompetenz.

Unter Autonomie verstehen wir die Förderung der Selbstbestimmung und die Selbständigkeit des Kindes. Dazu schaffen wir die Möglichkeit bestimmte Erfahrungen eigenständig zu machen und sich mitbestimmend in das Gruppengeschehen einzubringen. Die Kinder lernen so immer besser ihre Stärken und Fähigkeiten kennen und einzuschätzen. Da dies nicht isoliert von der Umwelt geschehen kann, – zum Einen, weil Kinder auf die Hilfe und Unterstützung anderer angewiesen sind, und zum Anderen, weil all unser Handeln Konsequenzen für die anderen Menschen hat, mit denen wir zusammenleben – nennt der Situationsansatz als zweites Hauptziel die Solidarität. Dies soll Kindern und Erwachsene auf die Gemeinschaft, auf das Zusammenleben miteinander hinweisen und hinführen.

Durch die Morgenkreisgespräche lernen die Kinder dass jeder etwas sagen darf, dabei das Recht hat auszureden und dass ihm in Ruhe zugehört wird. Genauso werden sie aber auch von uns angehalten Regeln zu hinterfragen, zu verändern und mitzugestalten.

Anlass für Gespräche bieten zum Beispiel:

  •   Regeln im Kinderladen
  •   Wie fühle ich mich im Kinderladen
  •   Welcher Tag ist heute
  •   Geburtstage
  •   Wer fehlt heute und warum?

Die Kompetenz von Kindern – das dritte Hauptziel – weist uns auf das Bildungsverständnis im engeren Sinn hin. Die Kinder werden befähigt, mit Dingen und Situationen kompetent umzugehen. Hierzu benötigen sie Wissen. Die Wissensvermittlung wird nicht in einzelne Bereiche unterteilt, sondern wir vermitteln unser Wissen in realen sozialen Zusammenhängen, wie es das Berliner Bildungsprogramm vorsieht.

Das erworbene Wissen wird nicht mehr abstrakt erlebt, sondern das Kind kann das mit einer konkreten Lebenssituationen verbinden. Regelmäßige Beobachtungen unterstützen uns dabei.

Der Erwerb der Kompetenzen erstrecken sich also auf die Bereiche der Ich-, Sozial- und Sachkompetenz. Die drei Kompetenzbereiche gehören zusammen und können nicht isoliert voneinander gefördert werden.

Betrachten wir zum Beispiel das tägliche Aufräumen.

Bei der Ich- Kompetenz lernen die Kinder:

  •   Ich gehöre zur Gruppe, ich habe die „Verantwortung“ für das Spielzeug, das ich benutze. Ich muss nur das Spiel Aufräumen, womit ich mich gerade beschäftigt habe.
  •   Ich lerne: wenn ich mich nicht beteilige, wird ein Anderer meine Aufgaben machen müssen und reagiert evtl. mit negativen Gefühlen.

Bei der Sozial-Kompetenz lernen sie:

  •   In der Gemeinschaft aufzuräumen kann Spaß machen und alles geht viel schneller. Das Kind erlebt ein Gerechtigkeits- und Zugehörigkeitsgefühl. Alle müssen ihren Anteil dazu beitragen und nicht nur „das letzte Kind“ muss alles alleine aufräumen. Oder „die Erzieherin“ macht da schon. Alle gehören zur Gruppe, also alle helfen gleichermaßen mit. Keiner ist schlechter oder besser gestellt.

Bei der Sach- Kompetenz lernen sie:

  •  Jede Sache (z.B. das Buch) hat seine Wertigkeit, Wichtigkeit und seine Platz. Wenn ich damit pfleglich umgehe, hält es länger und ein anderer hat noch seine Freude damit.

Wie auch die drei Kompetenzbereiche, so werden die Ziele selbst von uns als Einheit betrachtet.

Unsere Arbeit mit Kindern wird ein ewiger sich weiterentwickelnder Prozess bleiben. Viele neue Erfahrungen werden dazukommen und sicherlich werden wir auch an Grenzen stoßen. Wichtig dabei ist, dass wir mit euch Eltern immer wieder ins Gespräch kommen und, wenn auch mit unterschiedlichen Aufgaben, das gemeinsame Ziel verfolgen unseren Kindern eine gewinnbringende und glückliche Kindergartenzeit zu ermöglichen.